Blog der ravenden Gesellschaft
Montag, 20. April 2009
Freude, welche Freude: Es gibt XXX...
Der Kaffbewohner drüben macht ja schon seit einiger Zeit heftig Werbung dafür - heute abend beim Traditionskick gegen Kaiserslautern werde dann auch ich mich nicht lumpen lassen und ganz konventionell tote Bäume vor der Arena verteilen.

Für das Blog gibt's derweil das Video, das heute abend über die Anzeigetafeln flimmern (wirklich?) wird und diesmal einen echten Leckerbissen für Klassikfans, 11-Freunde-Leser und sonstige Intellektuelle wie mich darstellt:

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Donnerstag, 5. März 2009
Ein Verein, der hat es gar nicht leicht...


... kündet die Vereinshymne - und wer ernsthaft noch nicht wusste, was diese merkwürdige Textzeile denn soll, musste nur einmal die Berichte der letzten Wochen über den TSV München von 1860 verfolgen. (Man kann der Story ersten Teil aber auch kurz zusammengefasst beim Kollegen Kaffchris lesen). Gestern nun der finale Höhepunkt, das große "Verzeih mir" inklusive Gemeinplatzreigen deluxe, das allmählich sogar den betont sachlich-nüchternen Reportern des kicker deutlich die Zornesadern beben lässt - obwohl das auch noch besser geht.

Eigentlich wollte ich schon nach der Bekanntgabe des Investor-Einstiegs mal wieder bloggen. Sowas in der Art: Ja, sie haben's endlich kapiert, entweder geht der Verein mittelfristig drauf oder sucht mittelfristig den Aufstieg, den Erfolg, um damit die Arena auszulasten, die unendliche Stadiondiskussion zu beruhigen und nicht zuletzt auch das ewig erwartungsvolle Vereinsumfeld zu befrieden. Nun, es ist für diesen Verein echt eine herausragende Leistung, monatelang Geheimverhandlungen zu führen und erst an die Öffentlichkeit zu treten, wenn alles perfekt ist. Stutzig machte mich nur damals schon das sich schließende Transferfenster - die werden doch nicht deswegen...?

Nun, schön ist ja, das das Chaos bei diesem Verein so vorhersagbar ist. Und es verhindert, dass berechtigte Fragen gestellt werden: Warum darf der rote Lokalrivale 10% seiner Anteile an adidas verscherbeln, aber bei 1860 kein Investor per nachrangigem Darlehen einsteigen - da er ja Einfluss nehmen könnte? Fragen über Fragen. Auch die, ob man den Deal zum Schluss wirklich im Hauruck-Verfahren durchziehen musste - oder ob es nicht gereicht hätte, alles in Ruhe sauber einzufädeln, mit der DFL abzuklären und diese Nicht-Fisch-nicht-Fleisch-Saison ordentlich zu Ende zu spielen.

Zum gefühlten 1860.-ten Mal ist nun alles neu bei Sechzig. Wenigstens schätzt der neue Geschäftsführer Manfred Stoffers den "Chilifußball" und entließ nach der deftigen Auswärtsniederlage in Duisburg den behäbigen Cheftrainer Marco Kurz, dem es nie gelang, das Potential der Mannschaft abzurufen. Dem bisherigen Co-Trainer Uwe Wolf war im Gegenzug gleich der höchste Saisonsieg (gegen St. Pauli) vergönnt, so dass bei halbwegs normalem Verlauf der Restsaison ein Platz im grauen Tabellenniemandsland herausspringen dürfte. Erstaunlicherweise lockte der Verein mit dieser Aussicht tatsächlich einen neuen Hauptsponsor (Bauer) an. Wie attraktiv das Fußball-Investment Sechzig sonst noch ist, entscheidet sich nicht zuletzt über die künftigen DFL-Statuten. Wenn der TSV dann noch im Profibereich existiert. Er hat es ja bekanntlich gar nicht leicht...

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Donnerstag, 4. Dezember 2008
Raus aus der Arena?


Zugegeben, optisch macht sie von außen ja schon was her, die Arena draußen in Fröttmaning. Ansonsten haben viele Löwenfans wenig respektvolle Bezeichnungen für die im Inneren doch sehr graue Fußballschüssel gefunden: Vom "Schlauchboot" und "Müllbergarena" ist da die Rede, für ganz hartgesottene Fans des Grünwalder Stadions ist sie sogar schlicht das "Kaiserklo".

Ein teurer Abort: 5,5 Millionen überweist der TSV 1860 jedes Jahr für den Spielbetrieb, seitdem er im Jahr 2006 zur Insolvenzvermeidung seine Anteile an den roten Lokalrivalen verkaufen musste und diese Saison die Mietermäßigung in Kraft trat (zuvor wechselten sogar 7,5 Millionen pro Saison den Besitzer). Viel Geld für einen Zweitligaverein, sehr viel Geld sogar: Gut die Hälfte des Sechzger-Etats geht dafür drauf, ein strukturelles Defizit von drei Millionen Euro jährlich läuft dadurch auf. Betriebswirtschaftlich sinnvoll ist das auch nicht, da Sechzig trotz manches Topspiels und einiger Freikartenaktionen gerade mal eine 50%ige Auslastung hinkriegt.

Kein Wunder, dass so mancher im Umfeld hellhörig wurde, als Uli Hoeneß bei der Weihnachtsfeier eines Bayern-Fanclubs folgendes verlauten ließ:

"Wenn die Löwen das Gefühl haben, dass das ein Grab für 1860 ist, dann hätte ich kein Problem damit, sie rauszulassen. (...) Wir würden alle Tore öffnen, damit sie möglichst schnell aus der Arena verschwinden können! Dann gehört das Stadion alleine unseren Fans."

Seitdem ist, gelinde gesagt, die Hölle los. Oder bei 1860 Normalität eingekehrt, wenn man so will, denn die Ruhe der letzten Monate war ja eigentlich auch eher unüblich. Die Stadiongegner im Vereinsumfeld wittern Morgenluft. Die Freunde des Sechzger-Stadions, klar, Pro 1860, auch klar, aber eben auch eine Menge ohne klar manifestierte Abneigung gegen die Arena.

Euer ravender Blogger ist schon ein wenig verwundert, wie zwei Sätze des Managers des Lokalrivalen die Phantasie der Löwenfans beflügeln. Da wird munter fingiert, dass die Bayern den in der Arena ohnehin nur geduldaten Lokalrivalen sicher ohne Vertragsstrafe ziehen ließen, man "nur" 15 Millionen bräuchte, um das geliebte Grünwalder zweitligatauglich herzurichten und dergleichen mehr. Euer Blogger hält das für ziemlichen Unsinn, will als alter Finanzer erstmal Zahlen sehen und freut sich, dass am Ende wohl zumindest geringere Mietnebenkosten für die Allianz-Arena stehen werden...

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Samstag, 29. März 2008
Giesing bei Nacht.


(Danke an Kaffchris für die Kamera. Den Bericht dazu gibt's ebenfalls bei ihm.)

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Mittwoch, 5. März 2008
Die Roten, die Blauen und das Pokalderby (II).


Nun denn, das Pokalderby. Es muss ja doch sein. Was soll man dazu noch sagen, was nicht schon gesagt worden ist? Die obenstehende Choreo war so ziemlich das einzige Gute, was die Bayern in einer guten Stunde Spielzeit boten - dann kam Ribéry, einige brenzlige Situationen und schließlich der hoch umstrittene Elfmeter, den ein Schiri mit ein wenig Fingerspitzengefühl in einer solchen Situation nicht gibt (wie selbst der eingefleischte Bayern-Fan neben mir meinte). Ein nicht unverdienter Sieg für die Bayern, aber eine äußerst bittere Niederlage für die Löwen.

Schön dagegen die Nebenaspekte des Derbys: Nach der Stadion-Bepinselei und den U-Bahn-Krawallen musste man ja in Verbindung mit dem chaotischen Vorverkauf das Schlimmste befürchten - so mancher altgedienter Fan sprach gar von bewusster Provokation. Während der Partie selbst war davon nichts zu spüren, Bayern- und Sechzger-Fans saßen und standen sowohl im Stadion im Trikot als auch vor dem Stadion an einer zum Pissoir umfunktionierten Regenrinne einträchtig nebeneinander (und ich bereue es immer noch, dass ich das nicht auf CCD-Chip gebannt habe).

Die Auseinandersetzungen beschränkten sich aufs Verbale - und hier gelang es den akustisch günstig unter dem Dach plazierten Löwenfans durchaus, den zahlenmäßig deutlich überlegenen Bayern Paroli zu bieten, wie wohl auch in der Fernsehübertragung deutlich zu hören war. Das ruhige Theaterpublikum, das ich selbst auch schon bei Champions-League-Spielen der Roten erlebt habe, gewann denn erwartungsgemäß mit für den Rekordmeister zunehmend unbefriedigenderem Spielverlauf die Oberhand, so dass gerade zur Mitte der ersten Halbzeit minutenlang nur Blaue zu hören waren.

Das Leiden sind se halt nicht gewohnt, die Bayernfans. Immerhin kann man auch mit ihnen vernünftig reden. So bestätigte mir ein sehr nettes Exemplar auf der Heimfahrt mit der U-Bahn , was ich mir insgeheim auch schon gedacht hatte:

"95% von Euch wie von uns sind schwer in Ordnung. Die restlichen fünf sind halt Deppen."

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Dienstag, 5. Februar 2008
Die Roten, die Blauen und das Pokalderby.


Es begab sich der historische Moment, dass am Samstagabend in der ARD-Sportschau eine denkwürdige Pokalbegegnung ausgelost worden war: Bayern München gegen 1860 München - seit 42 Jahren hatte es das im Pokal nicht mehr gegeben, die damalige Partie war sogar noch im altehrwürdigen Grünwalder Stadion ausgetragen worden.

Es stellte sich nun die Frage, wie man angesichts der historischen Dimension dieses Derbys den Kartenvorverkaufs handhaben würde. Und es geschah eigentlich Unfassbares: Den Löwen wurde zunächst nur das Pflichtkontingent von 6.991 Karten zugeteilt, dafür der Rest zum guten Teil ab Rosenmontag in den freien Verkauf gegeben - was es sonst eigentlich nur bei Freundschaftsspielen und potenziell schlecht besuchten Heimspielen der Roten unter der Woche gibt. Was dann geschah, war eigentlich weniger unfassbar, als vielmehr aufgrund der großen blauen Fanbasis in der Landeshauptstadt vorhersehbar: Die Löwenanhänger kauften am Montagvormittag mehr oder minder die Vorverkaufsstellen leer. Und als das den Bayern-Verantwortlichen so langsam dräute, war es eigentlich schon zu spät: Bis zum hektischen Stop des Vorverkaufs um halb eins (der manchen VVK-Stellen offenbar auch mehrmals unter Androhung des "Lizenzentzugs" verordnet werden musste) hatten bereits über 8.000 Karten quer durch fast alle Blöcke den Weg in wohl weit überwiegend blaue Hände gefunden.

Der Online-Ticketverkauf war da noch nicht einmal gestartet - was wegen der genauso hektisch verkündeten Erhöhung des Gästekontingentes auf 15.000 Karten dann gleich gänzlich unterblieb. Resultat: Wutschäumende Bayernanhänger, feixende Sechzgerfans und ein glücklicher Blogger, der nach zweistündigem Anstellen in Pasing wider aller Voraussicht tatsächlich vier Derbykarten ergattern konnte...

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Montag, 10. Dezember 2007
Eindeutig gegen Rauchverbote...


... sprachen sich am Sonntag beim "kleinen Derby" im Grünwalder Stadion die Sechzger-Fans aus. Mentale Unterstützung des Vereins zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur?

Leider war nicht alles rund um das Spiel so schön. Inklusive eines reichlich harten Polizeieinsatzes mit Pfefferspray und - aufgrund der Abriegelung der Westkurvenausgänge auch noch eine Viertelstunde nach Spielende - anschließender Rutschpartie über den Stadionhügel hinunter zu Auer Mühlbach und Candidstraße. Darum nie Haute Couture ins Stadion anziehen, liebe Mädels...

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Samstag, 27. Oktober 2007
Die A...-Arena.


Ein wunderliches Ding ist sie ja schon, die A...-Arena. Liegt am A... der Welt irgendwo an der Stadtgrenze von München gleich neben Kläranlage, Autobahn und Ex-Müllberg, sieht aus wie eine Mischung aus Marshmellow, UFO und Autoreifen und macht optisch zugegebenermaßen trotzdem richtig was her.

Während ich selber schon mal dank eines Kartenspenders aus der Poststelle meines Amtes zwei Champions-League-Spiele der Bayern in sowohl temperatur- als auch stimmungsmäßiger Eisschrankatmosphäre erleben durfte, sollen es nun also mal die 60er und für einen Kumpel auch die Arena-Premiere sein. Billig ist die Arena auch bei 1860 nicht: 21 Euro darf man für den billigsten Sitzplatz löhnen - dafür juckt es ob des nur zu einem Drittel gefüllten Stadions keinen Menschen, ob man in der Halbzeitpause die Seite ob besserer Sicht wechselt ;-). Und: Stimmungsmäßig kann es die mäßig gefüllte Arena mit jedem Bayern-Spiel aufnehmen.

Für Speis und Trank gibt es auch hier das bargeldlose Verfahren mit der "Arena-Card", die freilich mindestens mit zehn Euro befüllt werden muss. Dafür kann man dann eine durchaus genießbare "rote Riesenbratwurst" vertilgen oder für 2,50 Euro die trockenste und geschmacksneutralste Breze erwerben, die mir jemals in München untergekommen ist.

Fazit: Das nächste Mal tut auch eine Stehplatzkarte für 10,50 Euro - oder man wendet sich gleich wieder den Amateuren im baufälligen, aber legendären Grünwalder Stadion zu...

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